04.06.2019, 12:23 Uhr

Genehmigung für größten Ostsee Offshore Windpark erteilt

Stralsund - Für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie in der Ostsee ist mit der Genehmigung für das Projekt Gennaker ein wichtiger Meilenstein erreicht. Nach Inbetriebnahme wird das Projekt der bis dato leistungsstärkste Ostsee-Windpark sein.

Die zuständige Genehmigungsbehörde in Mecklenburg Vorpommern hat die immissionsschutzrechtliche Genehmigung gemäß § 4 Abs. 1 des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) für den Offshore-Windpark Gennaker erteilt. Damit kann das Projekt in die nächste Phase gehen.

Immissionsschutzrechtliche Genehmigung für Gennaker liegt vor

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern (StALU VP) hat der OWP Gennaker GmbH aus Bremen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb eines Offshore-Windparks in der Ostsee in dem Gebiet Gennaker erteilt. Genehmigt wurde die Errichtung von 103 Offshore-Windenergieanlagen vom Typ Siemens SWT-8.0-154 mit einer Nennleistung von 8,0 Megawatt (MW), im „Power-Boost-Modus“ zeitweise bis max. 8,4 MW, und einem Rotordurchmesser von 154 m. Mit einer Gesamtleistung von 824 MW bzw. 865,2 MW im Power-Boost-Modus der Anlagen handelt es sich bei dem Projekt um den bislang leistungsstärksten Offshore-Windpark, der in der Ostsee betrieben werden soll.

Der Standort des Windparks befindet sich innerhalb der Grenzen des Landes Mecklenburg-Vorpommern ca. 15 Kilometer (km) nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (kürzeste Entfernung zum Darß ca. 10 km), ca. 24 km westlich der Insel Hiddensee erteilt. Die Genehmigung umfasst auch die windparkinterne Verkabelung und den Bau von zwei baugleichen Umspannplattformen mit Umspannwerke.

Eine Ausfertigung des Genehmigungsbescheids Nr. 1.6.1G-60.090/13-50 und seine Begründung liegt in der Zeit vom 04.06.2019 bis einschließlich 17.06.2019 aus.

Zum Stand der Offshore Windenergie Nutzung in der Ostsee

Bislang sind in der deutschen Ostsee mit den Windparks Wikinger, Arkona, EnBW Baltic 1 und 2 vier Offshore-Windparks in Betrieb. Der Standort des Windparks Wikinger befindet sich ca. 45 km nordöstlich der Insel Rügen, wo die Wassertiefen bei 36 bis 42 Metern liegen. Wikinger besteht aus insgesamt 70 Windkraftanlagen mit je 5 Megawatt des Herstellers Adwen und kommt auf eine Gesamtleistung von 350 MW. Der Projekteigentümer Iberdrola hat in den Offshore Windpark Wikinger rd. 1,4 Milliarden Euro investiert. Das Projekt ist am 29. Oktober 2018 offiziell eingeweiht worden. Der Standort des Offshore-Windparks Arkona liegt etwa 35 km nordöstlich von Rügen. Der Windpark weist eine Leistung von 385 Megawatt (MW) auf. Das Investitionsvolumen beträgt nach Angaben vom Windparkeigentümer E.ON 1,2 Milliarden Euro. Arkona ist am 16. April 2019 unter Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell an den Start gegangen. Bereits im Jahr 2011 ist mit dem EnBW-Windpark Baltic 1 der erste kommerzielle Windpark in der deutschen Ostsee in Betrieb gegangen. Am Standort stehen 21 Windenergieanalgen mit einer Gesamtleistung von 48,3 MW. 2015 hat EnBW dann mit Baltic 2 den mit einer Kapazität von 288 MW zu dem Zeitpunkt größten Offshore-Windpark in der deutschen Ostsee in Betrieb genommen.

Im Planungsstadium bzw. in der Bauvorbereitung befinden sich neben den bereits in Betrieb genommenen Projekte die Windparks Arcadis Ost (247 MW), Baltic Eagle (476 MW), Wikinger Süd (10 MW, Erweiterungsprojekt) und der jetzt genehmigte Offshore-Windpark Gennaker (824 / 865,2 MW).

Quelle: IWR Online

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