09.07.2019, 15:46 Uhr

Norwegen stellt Weichen für Offshore Windenergie

Oslo - In Norwegen ist die Wasserkraft die wichtigste regenerative Energiequelle zur Stromerzeugung. Jetzt will die norwegische Regierung erste Planungsschritte für die Nutzung der Offshore Windenergie einleiten.

Die Offshore Windenergie in Norwegen könnte zukünftig industriepolitische, aber auch zunhemende energiewirtschaftliche Bedeutung erhalten. In einer öffentlichen Konsultation stellt das norwegische Energieministerium drei Seegebiete für die Nutzung der Offshore Windenergie vor. Die öffentliche Anhörung endet am 01. November 2019

Norwegisches Energieministerium präsentiert drei Flächen für Offshore Windenergie

Das Ministerium für Erdöl und Energie in Norwegen hat Flächengebiete zur Erzeugung erneuerbarer Energie in den offenen Seegebieten Utsira Nord und Sandskallen-Sørøya Nord vorgestellt. Des Weiteren werden Eingaben entgegenbenommen, ob das Gebiet "Sørlige Nordsjø II" geöffnet werden soll. Nach dem Ocean Energy Act müssen Gebiete von der norwegischen Regierung erst frei gegeben werden, bevor Lizenzanträge gestellt werden können.

Norwegen: schwimmende Offshore Windkraftanlagen sind interessante Technologie

Utsira Nord liegt westlich von Haugesund und eignet sich für die Nutzung schwimmender Offshore Windkraftanlagen-Technologien. Diese stellen aus norwegischer Sicht mit den tiefen Küstengewässern die interessanteste Technologieoption dar. Das Gebiet ist auch groß genug, nahe der Küste und bietet Möglichkeiten für Demonstrationsprojekte, aber auch für größere Offshore Windparkprojekte. Die Größe der Fläche von Utsira Nord bietet zudem Raum für die Anpassung an unterschiedliche Interessen im Lizenzierungsprozess. Das Ministerium schlägt vor, diesen Bereich freizugeben, um die industrielle Entwicklung solcher Technologien zu erleichtern.

Exportiert Norwegen bald Offshore Windstrom?

Das zweite Seegebiet, Sandskallen-Sørøya Nord, liegt nordwestlich von Hammerfest im hohen Norden Norwegens und hat sowohl flache als auch tiefere Gewässer. Hier können sowohl schwimmende als auch nicht schwimmende Windkraftanlagen errichtet werden. Wie Utsira Nord liegt auch dieses Gebiet in Küstennähe und ist attrsktiv für kleinere Offshore-Windprojektvorhaben bzw. Demonstrationsprojekte. Das geplante Offshore Windgebiet Sørlige Nordsjø II in der südlichen Nordsee grenzt dagegen an die dänischen Hoheitsgewässer und ist für den direkten Export von Elektrizität relevant. Das Sørlige Nordsjø II liegt jedoch in einem Gebiet mit Erdöl-Förderaktivitäten. Der Minister für Erdöl und Energie, Kjell-Børge Freiberg, will deshalb eine "gute Koordinierung zwischen Offshore Erdölindustrie und der Erneuerbaren Industrie sicherstellen".

Quelle: IWR Online

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