07.11.2019, 16:02 Uhr

Main Donau Netzgebiet schon fit für die Elektromobilität


© N-Ergie, Claus Felix

Nürnberg – In der Öffentlichkeit herrschen oft Zweifel, ob die Stromnetze den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Elektromobilität gleichzeitig verkraften können. Die Main-Donau Netzgesellschaft hat die Auswirkungen auf die Verteilnetze untersuchen lassen.

Wenn immer mehr Elektroautos Strom aus dem Netz beziehen und der Ausbau der volatilen erneuerbaren Energien weiter voranschreitet, dann stellt sich die Frage, ob die Stromnetze all dies verkraften können. Im Ergebnis kommt eine Studie für das Main-Donau-Gebiet zu dem Ergebnis, dass die Stromnetze diesen zusätzlichen Anforderungen schon heute Stand halten können.

Elektromobilität als neue Herausforderung für das Verteilnetz – Verteilnetzbetreiber schon heute vorbereitet

Für Verteilnetzbetreiber wie die Main-Donau Netzgesellschaft, ein Tochterunternehmen der N-ERGIE Aktiengesellschaft, ist die Elektromobilität eine spannende und herausfordernde Entwicklung. Wie viele Elektrofahrzeuge wird es zukünftig im eigenen Netzgebiet geben? Wie verhalten sich die Nutzer? Was passiert etwa, wenn alle Elektrofahrzeuge gleichzeitig geladen werden? Können Verteilnetzbetreiber die Ladevorgänge regeln?

In einer Studie untersuchte die Main-Donau Netzgesellschaft jetzt zusammen mit umlaut (P3 Energy & Storage GmbH) aus Aachen genau diese Fragen. Das Ergebnis: Elektromobilität wird merkliche Auswirkungen auf das Verteilnetz haben. Beispielsweise werden sich durch den Strombedarf der Elektrofahrzeuge die Energiemengen im Netz erhöhen. Auch die benötigte Leistung aus dem Netz wird sich aufgrund von gleichzeitigem Laden temporär vergrößern. Die gute Nachricht: Das Verteilnetz der Main-Donau Netzgesellschaft ist bereits jetzt auf die künftige Zunahme von Elektrofahrzeugen vorbereitet.

Netzausbau auch bei hohem Elektromobilitäts-Ausbau bis 2030 nur punktuell notwendig

Die Basis der Untersuchung ist die erwartete Anzahl von Elektro¬fahrzeugen im Netzgebiet der Main-Donau Netzgesellschaft – auch nach privater oder gewerblicher Nutzung unterteilt. Dabei wurden für die Jahre 2025, 2030 und 2050 jeweils drei Szenarien untersucht. Auch beim optimistischen Szenario für das Jahr 2030 mit der höchsten zu erwarteten Anzahl an Elektrofahrzeugen (PKW: 400.000; Nutzfahrzeuge: 22.000) bleibt die Main-Donau Netzgesellschaft gelassen.

„Seit Jahren investieren wir jährlich rund 100 Millionen Euro in unsere Stromnetze. Das Netz ist somit gut vorbereitet für die nächsten Jahre – egal ob bei der Einspeisung durch erneuerbare Erzeu¬gungsanlagen oder bei der Elektromobilität“, betont Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-ERGIE Aktiengesellschaft. Hasler rechnet bis 2030 lediglich mit punktuellen Verstärkungen an einigen Hot Spots mit vielen Elektrofahrzeugen und Ladepunkten. Diese HotSpots lass sich jedoch auf Grund der Anmeldepflicht von Ladepunkten beim Netzbetreiber sehr schnell identifizieren.

Elektromobilität und Stromnetz - gesteuertes Laden als wichtige Option

Perspektivisch wird das Unternehmen verstärkt in das Netz inves¬tieren, da die Studie im optimistischen Szenario bis 2050 mit über 1 Million elektrischer PKW und rund 50.000 elektrischer Nutzfahrzeuge einen deutlichen Anstieg prognostiziert. „Elektromobilität wird mit Lastzuwächsen verbunden sein. Im so genannten gesteuerten Laden steckt jedoch durchaus das Poten¬zial, den notwendigen Netzausbau zu reduzieren oder zeitlich zu verschieben“, ist sich Gerald Höfer, Geschäftsführer der Main-Donau Netzgesellschaft, sicher. Besonders im regionalen Netz können zudem Synergieeffekte genutzt wer¬den: Wird das Netz wegen erneuerbarer Erzeugungsanlagen aus¬gebaut, kann dies für die Integration von Elektromobilität ebenso förderlich sein.

Quelle: IWR Online

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