08.06.2012, 10:15 Uhr

IG Metall Küste: Energiechaos gefährdet Arbeitsplätze in der Offshore-Industrie

Hamburg - Gemeinsam mit den Betriebsräten und Vertrauensleuten aus der Wind- und Offshore-Industrie stellt die IG Metall Küste fest, dass auch ein Jahr nach der beschlossenen Energiewende und vielen Krisenrunden eine plausible Umsetzungsstrategie im Bereich der Energiepolitik nicht erkennbar ist. Das Energiechaos der Bundesregierung gefährde Standorte und Arbeitsplätze, so die Erkenntnis der Industriegewerkschaft. Die Unternehmen hätten keine Investitionssicherheit für industrielle Vorhaben im Offshore-Bereich, Offshore-Windparks würden zum gegenwärtigen Zeitpunkt über keine Sicherheit auf Anbindung an die Netzinfrastruktur verfügen und der Ausbau der Netzinfrastruktur in Deutschland inklusive der Haftungsfragen beim Netzausbau und Betrieb sei völlig ungeklärt.

Errichterschiffe werden teilweise in Asien gebaut

"Das Ziel der Bundesregierung bis 2020 10.000 Megawatt und bis 2030 25.000 Megawatt in der Nord- und Ostsee zu installieren, muss zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf Grund der ungelösten Probleme und der fehlenden Umsetzungsstrategie der Bundesregierung als fraglich angesehen werden", so Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Die jetzige Situation bedrohe Standorte und Arbeitsplätze in den Wind- und Offshore-Betrieben. "Auch die Werften und maritimen Zulieferer sind negativ betroffen von dieser Entwicklung", so Geiken weiter. Ein Teil der Errichterschiffe ist nach Asien vergeben worden und dringend benötigte Aufträge wie zum Beispiel Ankerziehschlepper, Sicherungsschiffe, Kabelleger, Schiffe für Personal- und Materialtransport, Bewachungsschiffe, Baggerschiffe, etc. bleiben aus. "Wenn die Bundeskanzlerin die Energiewende mit dem Projekt der Deutschen Einheit vergleicht, dann muss auch entsprechend dieser nationalen Herausforderung gehandelt werden", so Geiken.

Energiewende-Koordinator im Bundeskanzleramt

Die IG Metall Küste fordert, dass die Energiewende zur Chefsache gemacht wird muss und dass die Bundeskanzlerin einen energiepolitischen Koordinator im Bundeskanzleramt zur Umsetzung der Energiewende einsetzt. Ein Umsetzungs- und Masterplan unter Einbeziehung der Energieversorger müsse Netzanbindung, Netzausbau, Hafen- und Infrastrukturkonzepte und finanzielle Rahmenbedingungen absichern. Eine besondere Verantwortung haben nach Auffassung der IG Metall Küste auch die fünf norddeutschen Küstenländer. "Gemeinsames norddeutsches Handeln ist angesagt", so Geiken. Die Stärkung der industriellen Infrastruktur, ein norddeutsches Hafenkonzept, Hinterlandanbindungen, Qualifizierungsfragen und Stärkung der universitären Infrastruktur, Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz und der unbedingt notwendige Netzausbau von Nord nach Süd verlangen ein koordiniertes gemeinsames Vorgehen aller norddeutschen Küstenländer, um die Chancen der Energiewende zu nutzen.

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