01.02.2013, 17:03 Uhr

Siemens arbeitet an universellen Elektro-Tankstellen

München - Siemens arbeitet an einer international einheitlichen Schnittstelle und Ablaufsteuerung für das Laden von Elektrofahrzeugen. Das Unternehmen ist Konsortialführer des Förderprojekts eNterop, dessen Ziel das reibungslose Zusammenwirken von Autos und Ladesäulen verschiedenster Hersteller ist. Neben Siemens sind BMW, Continental, Daimler, RWE, VW sowie die Technische Universität Dortmund, das Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung und das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik daran beteiligt. Die Projektkosten von 4,6 Millionen Euro tragen je zur Hälfte die Industriepartner und das Bundeswirtschaftsministerium.

Norm steht – Anwendungen müssen noch entwickelt werden

Um diese Interoperabilität von Fahrzeug und Ladesäule zu gewährleisten, regelt nach Siemensangaben die internationale Norm ISO/IEC 15118 die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Stromtankstelle. Für die Hersteller von Steuergeräten und Ladesäulen bedeutet die Umsetzung der Norm jedoch aufwändige Tests. Im Projekt eNterop schreiben die Partner für die in der Norm berücksichtigten Anwendungsfälle Software für die Entwicklung und Prüfung normgerechter Produkte. Die Tools sollen vor allem der Marktentfaltung der Technologie dienen. Das Projekt startete im Juli 2012 und läuft über zwei Jahre. Das Konsortium hat bereits erste Ergebnisse präsentiert, Siemens zeigte einen Prototypen für das Laden mit Gleichstrom, der bereits der Norm entspricht, und sein System des induktiven, kabellosen Ladens, für das die Norm noch umgesetzt werden soll.

Ladevorgang soll herstellerübergreifend vereinheitlicht werden

Wie Siemens berichtet kann der Nutzer eines Elektroautos derzeit beim Ladevorgang Zeitraum, Strompreisgrenzen oder Mindestbetankung vorgeben. Ladesäule und Auto erarbeiten daraus unter Berücksichtigung des Netzzustands, der Strompreisprognosen und weiteren Informationen einen so genannten Ladefahrplan. Bisher seien die zugrundeliegenden Auswahlmöglichkeiten bei jedem Hersteller anders. Die Norm ISO/IEC 1511 soll sicherstellen, dass künftig herstellerübergreifend alle möglichen Nutzungsarten bedient werden. Im Projekt eNterop sollen zudem automatisierte Prüfroutinen erarbeitet werden, die alle in der Norm berücksichtigten Anwendungsfälle enthalten. So können Hersteller mit der Software testen, ob ihre Produkte der Norm entsprechen oder nicht. Zudem wird eine Referenzplattform als Software zur Verfügung gestellt, mit deren Hilfe Firmen ein der Norm entsprechendes Produkt entwickeln können.


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