12.07.2013, 14:39 Uhr

Tennet-Studie oder Netzplan: Welche Offshore-Perspektive stimmt?

Münster – In den Medien wurde gestern erneut über eine bereits im Mai bekannt gewordene Studie des Netzbetreibers Tennet berichtet. Inhalt dieser Studie ist der Zubau von Offshore-Windenergie-Projekten in Deutschland bis 2023, der laut Tennet mit einer prognostizierten Leistung zwischen 3,7 Gigawatt (GW) (konservatives Szenario) und 5,9 GW (optimistisches Szenario) unter dem Ziel der Bundesregierung von 10 GW bis 2020 liegen werde. Zudem geht aus der Studie hervor, dass bisher lediglich für Offshore-Windprojekte mit einer Leistung von 2,9 GW die Finanzierung stehe.

Netzentwicklungsplan widerspricht der Tennet-Studie

Im aktuellen Netzentwicklungsplan der vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TransnetBW und Tennet kommen die ÜNB jedoch zu ganz anderen Zukunftsszenarien für die Offshore-Windenergie. Demnach prognostiziert der Plan für die Offshore-Windenergieanlagen eine Kapazität von 14,1 GW bis 2023. Warum nun Tennet einmal von 5,9 GW und im anderen Fall von 14,1 GW als Zubau ausgeht wird dabei nicht klar. Der Netzentwicklungsplan stellt allerdings für die Bundesnetzagentur und die Bundesregierung die Grundlage für den Netzausbau in Deutschland dar.

Problem: Wenn die Netzbanbindung nicht klappt - wer trägt die Kosten?

Die Tennet-Studie warnt vor hohen Leerkosten. Würden die Ausbauziele bis 2023 verfehlt, drohen demnach Leerkosten von einer halben bis einer Milliarde Euro für Netzanschlüsse, die aufgrund fehlender Offshore-Windparks ungenutzt bleiben. Diese Kosten müssten wiederum auf den Strompreis zusätzlich aufgeschlagen werden, so Tennet. In der Vergangenheit war es aber umgekehrt: Tennet hatte wiederholt Termine für den Netzanschluss von bereits in Bau oder konkreter Bauplanung befindlicher Offshore-Windparks nicht einhalten können. Das führte bei den Betreibern zu erheblichen Kosten in Millionenhöhe, weil die Inbetriebnahme-Zeitpunkte der Projekte nach hinten verschoben werden mussten.

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