20.09.2013, 11:28 Uhr

Netzagentur: Deutschlands Stromversorgung ist international Spitze

Bonn – Die Warnungen vor einer Instabilität der Stromnetze bewahrheiten sich bislang nicht: 2012 fiel die Versorgung je Verbraucher nur 15,91 Minuten lang aus – ein internationaler Spitzenplatz. Auswirkungen der Energiewende sind nicht nachweisbar.

Der so genannte SAIDI-Wert (System Average Interruption Duration Index) liegt zwar leicht über den in den Vorjahren ermittelten Werten von 15,31 Minuten 2011 und 14,90 Minuten 2010, jedoch weiterhin deutlich unter dem Mittelwert der Jahre 2006 bis 2011 von 17,09 Minuten, teilte die Bundesnetzagentur am Donnerstag mit. Zum Vergleich: In Großbritannien lag der SAIDI-Wert 2006 bei knapp 90 Minuten, die USA bewegen sich regelmäßig in ähnlichen Dimensionen. Selbst das Atom-affine Frankreich kam 2007 auf eine knappe Stunde.

"Die leichte Erhöhung der durchschnittlichen Unterbrechungsdauer ist wie bereits im Jahr 2011 ausschließlich auf eine Zunahme im Bereich der Mittelspannung zurückzuführen", erläuterte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „In der Niederspannung verringert sich die durchschnittliche Unterbrechungsdauer hingegen leicht."Auf der Mittelspannungsebene ist das zweite Jahr in Folge eine hohe Zunahme von Störungen durch Einwirkungen Dritter und von sog. Rückwirkungsstörungen zu verzeichnen. Eine Rückwirkungsstörung liegt dann vor, wenn eine Versorgungsunterbrechung auf eine Störung in einem vor- oder nachgelagerten Netz, in der Anlage eines Letztverbrauchers oder auf eine Versorgungsunterbrechung bei einspeisenden Kraftwerken zurückzuführen ist.

Energiewende ist kein Problem