21.07.2015, 08:01 Uhr

Finanzierung für Israels größtes CSP-Kraftwerk steht

Sevilla, Spanien - Der spanische Technologieriese Abengoa will zusammen mit seinem lokalen Partner das größte Solarthermiekraftwerk Israels errichten. Die Finanzierung für das Mega-Projekt ist nun beschlossen.
Zusammen mit dem israelischen Entwickler für Großprojekte Shikun & Binui Renewable Energy, hat Abengoa die Finanzierungsvereinbarungen für das 110-Megawatt(MW)-Kraftwerk Ashalim abgeschlossen. Der Bau soll noch dieses Jahr beginnen.
Kombinierte Finanzierung aus Israel, der EU und den USA
Das Gesamtvolumen des Solarprojektes wird nach Abengoa-Angaben bei voraussichtlich einer Milliarde Dollar liegen. Finanziert wird das Projekt zum einen über Entwicklungsbanken wie die amerikanische Entwicklungsbank OPIC (Overseas Private Investment Corporation) und die Europäischen Investitionsbank (EIB). Zum anderen sind israelische Privatbanken wie Bank Leumi und Bank Hapoalim an der Finanzierung beteiligt.
Strom für 69.000 Haushalte
Das 110-MW-Solarthermiekraftwerk in der Negev-Wüste nahe der Stadt Ashalim wird nach Unternehmensangaben das größte Solarkraftwerk Israels sein. Es wird 69.000 Haushalte mit Strom versorgen und soll so jährlich 463.000 Tonnen CO2 einsparen. Mit Hilfe eines thermischen Energiespeichers aus einer Salzschmelze soll es auch nach Sonnenuntergang Strom liefern. Ende 2013 wurde ein Stromabnahmevertrag über 25 Jahre mit dem israelische Energieversorger unterzeichnet. Baubeginn ist Ende Juli 2015.
Abengoa: Internationalisierung geht weiter
Für Santiago Seage, Vorstandsvorsitzender von Abengoa, ist das Ashalim-Kraftwerk ein wichtiger Baustein im Rahmen der Internationalisierung der Geschäftsaktivitäten von Abengoa. Die Bedeutung der Internationalisierungsstrategie für das Unternehmen unterstrich auch Abengoas Technologievorstand Prof. Dr. José Domínguez Abascal im Interview im IWR Monatsreport 06/2014. War historisch vor allem Spanien über einige Jahre der wichtigste Markt für solarthermische Kraftwerke, verschiebt sich der Fokus global auf neue Märkte. „Neben den USA haben die Schwellenländer das größte Potenzial. Länder wie Südafrika, Chile, Marokko und Saudi-Arabien sind großartige Investitionsmöglichkeiten… Märkte wie China und Indien, wo der Energiebedarf in den nächsten 10 Jahren um 50 Prozent steigen wird, werden die Nachfrage zu 40 Prozent mit erneuerbarer Energie abdecken. Dabei werden die CSP-Technologie zusammen mit der Photovoltaik und die Windenergie eine wichtige Rolle spielen. China plant, mehr als 2.000 MW zu bauen, während Indien rd. 700 MW schaffen wird“, so Prof. Dr. José Domínguez Abascal im IWR-Interview.
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