04.06.2019, 11:28 Uhr

Sunfire nimmt nächste Generation der Hochleistungs-Elektrolyseure in Betrieb

Leipzig - Mit der Energiewende steigt der Bedarf an leistungsstarken Elektrolyseuren, mit denen aus regenerativem Strom Wasserstoff erzeugt werden kann. Mit der neuen Sunfire-Anlagengeneration funktioniert das auch umgekehrt, d.h. der Wasserstoff kann wieder in Brennstoff umgewandelt werden.

Die Sunfire GmbH aus Dresden wurde 2010 gegründet und produziert Hochtemperatur-Elektrolyseure (SOEC) und Hochtemperatur-Brennstoffzellen (SOFC). Gemeinsam mit Projektpartnern stellt das Unternehmen die Elektrolyseur-Generation 1.0 vor, die Markteinführung ist ab dem Jahr 2021 geplant.

Neue Elektrolyseur-Generation effizienter und mit reversibler Funktion

Die neue Generation 1.0 der Hochtemperatur Elektrolyse zeichnet sich durch eine höhere Effizienz aus und ermöglicht eine höhere Produktionsleistung von Wasserstoff. Die neue Generation der Hochdrucktemperaturelektrolyse erreicht bei einer Eingangsleistung von 180 kW Gleichstrom eine Produktionsleistung von 50 Nm³ Wasserstoff pro Stunde. Dafür benötigt sie lediglich 3,75 kWh Strom pro Nm³ Wasserstoff. Die bisherige Generation 0.1 erreichte bei 150 kW Eingangsleistung eine Wasserstoffproduktion von 40 Nm³/h. Die neue Generation der Hochtemperatur Elektrolyse ist nicht nur effizienter, sondern sie funktioniert auch umgekehrt, teilte Sunfire mit. Die eingesetzte spezielle Technologieform der Festoxidzellen (SOC-Solid Oxid Cell) für Elektrolyse und Brennstoffzellen ermöglicht es, beide Pfade miteinander zu verbinden und eine reversible Wandlung von elektrischer in chemischer Energie und retour einem System durchzuführen. Aus dem Ökostrom wird so nicht nur Wasserstoff, sondern der Wasserstoff kann wieder als Brennstoff umgewandelt werden, um Strom und Wärme zu generieren (Gas-to-Power) und zwar in derselben Anlage.

Wirkungsgrad von über 80 Prozent

„Mit der Inbetriebnahme dieser neuen leistungsfähigen Module erreichen wir den nächsten Meilenstein der industriellen Kommerzialisierung unserer Elektrolysetechnologie. Mit der hohen Wandlungseffizienz leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Energiewende im Sinne der Sektorenkopplung“ sagt Christian von Olshausen, CTO von Sunfire. Eine Markteinführung ist ab 2021 geplant. Während der Wochen im Testbetrieb konnten bereits wichtige Zielkriterien erlangt und ein Wirkungsgrad von über 80 Prozent nachgewiesen werden.

Air Liquid und DLR als Projektpartner beteiligt

Dit Air Liquide Forschung und Entwicklung GmbH und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sind zwei weitere Partner am Projekt beteiligt, die den Bogen von der industriellen Wasserstoffproduktion und -vermarktung bis hin zu Kompetenzen im Bereich der Simulation und Entwicklung von Festoxidzellen(SOC)-Komponenten sowie Systemlösungen spannen. Alle Projektpartner sind Partner im HYPOS-Konsortium. HYPOS erforscht in 30 Projekten alle Aspekte entlang der Wertschöpfungskette zum Grünen Wasserstoff, um den Beitrag von regenerativ erzeugtem Wasserstoff als Schlüsselenergieträger der Energiewende weiter zu erhöhen. Das rSOC-Teilprojekt ((Reversible Solid Oxide Cell for Industry) wird im Rahmen des Förderprogramms „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und umfasst ein Gesamtbudget von circa 1,9 Millionen Euro.

Über das Projekt HYPOS

Derzeit engagieren sich mehr als 100 Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitute im Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany e.V. Der Verein ist das bundesweite Netzwerk zum Innovationsprojekt HYPOS. Das Projektkonsortium verfolgt das Ziel, Grünen Wasserstoff aus erneuerbarem Strom im großtechnischen Maßstab für die Chemieindustrie, die Elektromobilität und die urbane Energieversorgung herzustellen. Im Rahmen einer Wasserstoff-Modellregion sollen dabei das Chemiestoffnetz, das Erdgasnetz sowie die elektrischen Netze in Mitteldeutschland modellhaft miteinander verbunden werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben im Rahmen des Programms „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ mit bis zu 45 Millionen Euro.

Quelle: IWR Online

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