28.06.2019, 11:36 Uhr

Forschungsministerium setzt auf Wasserstoff als Energieträger

Berlin - Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, hat den Förderrahmen des Bundesforschungsministeriums (BMBF) im Bereich Klimaschutz vorgestellt. Eine wichtige Rolle dabei kommt der Wasserstoff-Forschung zu.

Die Klimaschutzziele sind nur durch die Kombination von Innovation und Reduktionszielen zu erreichen, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Vor diesem Hintergrund hat das BMBF angekündigt, Forschung, Innovation und Bildung im Bereich Klimaschutz zu stärken. Dazu plant das BMBF in den nächsten Jahren mit einem Betrag von über 2 Mrd. Euro.

BMBF unterstützt Wissenschaftsplattform zur Bereitstellung von Know-how

Das BMBF will in den nächsten Jahren Forschung, Innovation und Bildung als Beitrag für den Klimaschutz vorantreiben. In der laufenden Legislaturperiode plant das BMBF nach der aktuellen Haushaltsplanung 2,3 Milliarden Euro (Mrd. Euro) zur Förderung von Projekten im Bereich Nachhaltigkeit, Klima und Energie ein. Das sind rd. 50 Prozent mehr als in der vergangenen Wahlperiode mit Ausgaben auf dem Gebiet in Höhe von 1,5 Mrd. Euro.

Dazu gehört u.a. die Unterstützung der zusammen mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze gegründeten Wissenschaftsplattform gegründet. Der Kern dieser Wissenschaftsplattform ist ein Lenkungskreis von führenden Wissenschaftlern, die ein breites Spektrum an Disziplinen abdecken. Über die Plattform sollen Bewertungen zu klimaschutzrelevanten Themen erarbeitet und Orientierungs- und Entscheidungswissen für die Überprüfung und Fortschreibung des Klimaschutzplans der Bundesregierung und der darauf aufbauenden Programme geliefert werden.

180 Mio. Euro für Wasserstoff-Forschung in den nächsten drei Jahren

Des Weiteren wurde eine ein Forschungs- und Innovationsprogramm mit konkreten Projekten zum Klimaschutz aufgelegt, in denen es um die Vermeidung von Kohlendioxid, die Nutzung und Umwandlung von Kohlendioxid sowie die Rückholung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre geht. Dabei soll insbesondere die Forschung zur Nutzung von grünem, nachhaltig mit regenerativen Energien erzeugtem Wasserstoff verstärkt werden, der in den verschiedenen Sektoren eingesetzt werden kann. Das BMBF plant, in den nächsten drei Jahren rd. 180 Millionen Euro (Mio. Euro) für Projekte in der Wasserstoffforschung bereitzustellen - das stellt gegenüber den letzten drei Jahren eine Verdoppelung der Mittel dar, so das Ministerium. Auf der Agenda zu Wasserstoff-Forschung stehen derzeit u.a. folgende Initiativen:

  • „Power-to-X“: Die Erzeugung von grünem Wasserstoff marktfähig machen
    Das BMBF startet im Rahmen seiner Kopernikus-Initiative die 2. Phase für das Power-to-X-Projekt im September 2019. Hier steht vor allem die Erzeugung von Wasserstoff im Fokus. Dabei soll eine hocheffiziente, langlebige und kostengünstige Elektrolyse mit einem großen Volumen zur Marktreife gebracht werden. Dafür sind in den nächsten drei Jahren 30 Mio. Euro vorgesehen.
  • Beispiel „Afrika“: Afrika zum Partner der deutschen Energiewende machen
    Ziel in diesem Projekt ist es, einen Potenzialatlas zu grünem Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen aufzulegen. Im Fokus dabei steht Afrika. Zusammen mit der deutschen Industrie sowie Forschungspartnern vor Ort sollen mögliche Standorte in Afrika, Erzeugungs- und Exportpotentiale sowie deren Erschließung analysiert werden. Damit kann Klimaschutz zu einem globalen Geschäftsmodell werden, so das BMBF.
  • Beispiel „Deutsch-französische Forschungskooperation“: Wasserstoff in den Alltag bringen
    Deutsche Forschungseinrichtungen und Unternehmen arbeiten mit renommierten französischen Partnern zusammen an innovativen Lösungen, um grünen Wasserstoff zum Heizen nutzbarer zu machen. Vier Projekte starten zum 1. Oktober 2019. Das BMBF stellt dafür rund 4,5 Mio. Euro bereit.

    Quelle: IWR Online

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