05.08.2019, 12:03 Uhr

Sommerwetter sorgt im Juli 2019 weiterhin für viel Solarstrom

Münster – Die Solaranlagen in Deutschland haben dank der sonnenreichen Witterung mit Rekordtemperaturen in der zweiten Monatshälfte im Juli 2019 wieder eine hohe Stromproduktion erzielt. Die Windstromerzeugung erreicht das Niveau des Vormonats Juni.

Im Juli 2019 hält die hochsommerliche Witterung weiter an und sorgt für die bislang vierthöchste Stromerzeugung aus Solaranlagen in Deutschland. Die On- und Offshore-Windenergieanlagen haben im Juli 2019 genauso viel Windstrom wie im Juni erzeugt und damit deutlich mehr als im Vorjahr.

Einspeisung aus Solaranlagen im Juli unter dem Vorjahresmonat

Heiß war es im Juli 2019, an drei Tagen in Folge wurden Temperaturen von 40 Grad und mehr in Deutschland gemessen. Mit 42,6 Grad wurde in Lingen im Emsland der bisherige deutsche Rekordwert um mehr als 2 Grad Celsius übertroffen. Mit insgesamt 235 Sonnenstunden war der Juli 2019 allerdings nicht so sonnig wie der Vormonat Juni (rd. 300 Sonnenstunden) und der Juli 2018 (305 Sonnenstunden). Damit fällt auch die Einspeisung der Solaranlagen in Deutschland nach den aktuell vorliegenden Daten der Netzbetreiber im Juli 2019 mit rd. 5,7 Milliarden (Mrd.) Kilowattstunden (kWh) Solarstrom (Juli 2018: 6,17 Mrd. kWh) niedriger aus als im Vorjahresmonat. Im Solarstromproduktions-Ranking der Monate mit der höchsten Solareinspeisung liegt der Juli 2019 damit auf dem vierten Rang.

Windstrom im Juli 2019 fast 50 Prozent über dem Vorjahresniveau

Die Windstromanlagen in Deutschland haben im Juli 6,56 Mrd. kWh Windstrom eingespeist. Das ist fast exakt genauso viel wie im Vormonat Juni (6,58 Mrd. kWh). Im Vergleich zum windschwachen Vorjahresmonat Juli 2018 fällt die Einspeisung aus Windenergieanlagen in Deutschland dagegen um rd. 50 Prozent höher aus (Juli 2018: rd. 4,4 Mrd. kWh). Die Windenergieanlagen in der deutschen Nord- und Ostsee haben im Juli 2019 1,67 Mrd. kWh Windstrom eingespeist, was gegenüber dem Vorjahresmonat einem satten Plus von rd. 120 Prozent entspricht (Juli 2018: 0,76 Mrd. kWh Offshore-Windstrom). Dieser Anstieg ist neben besseren Windverhältnissen im Juli 2019 auch auf die wachsende Offshore-Leistung im Zuge des Ausbaus der Offshore-Windenergie zurückzuführen.

Wind- und Solarstromproduktion legt von Januar bis Juli 2019 um 16 Prozent zu

Von Januar bis Juli 2019 summiert sich die Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen in Deutschland auf 100,5 Mrd. kWh. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2018 ist das ein Plus von etwa 16 Prozent (Jan – Jul 2018: 86,9 Mrd. kWh). Der Großteil der eingespeisten Strommenge von Januar bis Juli des Jahres 2019 entfällt mit 72,1 Mrd. kWh auf die Windenergie, die damit rd. 21 Prozent über der im Vorjahreszeitraum eingespeisten Strommenge liegt (Jan - Jul 2018: rd. 59,4 Mrd. kWh). Die Solaranlagen in Deutschland speisten von Januar bis Juli 2019 rd. 28,4 Mrd. kWh Strom ein. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von etwa 3 Prozent (Jan - Jul 2018: rd. 27,5 Mrd. kWh).

Über die Statistiken zur regenerativen Stromerzeugung

Die hier dargestellten Daten für den Wind- und Solarstrom (Mrd. kWh) spiegeln die Originaldaten der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), d.h. ohne Korrekturen, wider. Die Angaben basieren auf der vorläufigen Hochrechnung der Netzbetreiber, da die tatsächlichen und vollständigen Abrechnungen der Verteilnetzbetreiber über die reale Einspeisung den ÜNB erst mit mehrmonatiger Verzögerung vorliegen. Die veröffentlichte Stromerzeugung in der endgültigen Jahresabrechnung kann daher von den zeitnahen Hochrechnungen abweichen.

Quelle: IWR Online

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