24.04.2012, 10:12 Uhr

BDEW: Energiebranche pumpt 60 Milliarden in die Stromerzeugung

Hannover – Mehr als 60 Milliarden Euro will die deutsche Energiebranche in Bau und Modernisierung großer Stromerzeugungsanlagen investieren. Das teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) jetzt mit. Insgesamt handele es sich dabei um 84 Projekte mit jeweils mehr als 20 Megawatt (MW) Leistung. In Summe kommen die Projekte auf eine Leistung von rund 42.000 MW. "Trotz der bekannten Risiken geht die Energiewirtschaft insbesondere beim Ausbau großer erneuerbarer Anlagen mit erheblichem Investitionsoptimismus voran. Das verstärkte Engagement unter anderem bei Offshore-Anlagen und Pumpspeicherwerken ist ein positives Signal, dass die Branche in die Energieversorgung der Zukunft investiert", sagte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Hildegard Müller.

Realisierungsprobleme: Wirtschaftlichkeit und lückenhafte Rechtssicherheit

Die 84 Bauvorhaben werden nach Verbandsangaben von Stadtwerken, großen Energieversorgern, Verbünden und Privatinvestoren durchgeführt. Allein 23 von ihnen seien große Offshore-Windparks und zehn seien Pumpspeicherkraftwerke. Doch bei diesen Projekten gebe es Probleme bei der Realisierung, so der BDEW. Auch bei Gaskraftwerken bestünden Unsicherheiten. So werden konventionelle Kraftwerke nach BDEW-Berechnungen 2020 um durchschnittlich 40 Prozent weniger in Betrieb sein. Bei Kohlekraftwerken kämen Rechtsunsicherheiten durch Klagen hinzu. Um den Ausstieg aus der Kernenergie zu schaffen, seien etliche Neubauten nötig. Die Politik müsse sich mit dem künftigen Marktdesign und Fragen der Wirtschaftlichkeit beschäftigen, forderte Müller. Bis 2015 müsse es verbindliche Rahmenbedingungen geben.

Stromverbrauch 2011 konstant, Erdgasverbrauch leicht rückläufig

Zudem präsentierte der BDEW auch Zahlen zur Entwicklung des Strom- und Erdgasverbrauchs. Demnach lag der Stromverbrauch 2011 mit 540,8 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) ungefähr auf dem Vorjahresniveau von 541,1 Mrd. kWh. Der Erdgasverbrauch sank von 966,7 Mrd. kWh in 2010 auf 841,6 Mrd. kWh in 2011, vor allem wegen des relativ milden Winters. Der größte Verbraucher von Strom und Gas war 2011 laut BDEW weiterhin die Industrie.

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