04.04.2014, 10:30 Uhr

Phoenix Solars langer Weg der Restrukturierung: 2014 sollen rote Zahlen verlassen werden

Sulzemoos – Das international tätige Photovoltaik-Systemhaus Phoenix Solar AG hat bereits Anfang der Woche seinen Konzernabschluss für 2013 vorgelegt. Der Umsatz ist gesunken, doch dafür konnte der Konzernverlust gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert werden. Im laufenden Jahr will der Solarenergie-Experte operativ wieder schwarze Zahlen schreiben.

Im Geschäftsjahr 2013 erzielte die Phoenix Solar AG im Konzern einen Umsatz von 141,2 Mio. Euro, neun Prozent weniger als 2012 (155,4 Mio. Euro). Der Absatz von Photovoltaikanlagen und -modulen ging um 3,1 Prozent auf 126 MW zurück (2012: 130 MW). Die Aktie war am Tag der Veröffentlichung steil nach oben gesprungen, da das Unternehmen die Erwartungen übertroffen hatte.

Konzernergebnis: Verlust um 70 Prozent reduziert

Der inländische Anteil am Umsatz entsprach 11,8 Prozent (2012: 29,9 Prozent) und reduzierte sich damit, bedingt durch die Einstellung des Handels- und Projektgeschäfts in Deutschland, deutlich auf 16,7 Mio. Euro (2012: 46,4 Mio. Euro). Auf die ausländischen Märkte entfielen 88,2 Prozent (2012: 70,1 Prozent) der Umsatzerlöse. Gleichwohl konnte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit -1,4 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr wesentlich verbessert werden (EBIT 2012: -31,8 Mio. Euro). Das auf die Aktionäre entfallende Konzernperiodenergebnis beläuft sich auf -10,7 Mio. Euro (2012: -37,3 Mio. Euro). In diesem Ergebnis sind auch die Kosten für die letzte Phase der Restrukturierung in Höhe von 1,9 Mio. Euro enthalten. Die Eigenkapitalquote im Konzern betrug zum 31. Dezember 2013 noch 11,0 Prozent (2012: 18,7 Prozent).

Auswirkungen der strategischen Neuausrichtung

Diese positive Entwicklung ist auf weitreichende Veränderungen zurückzuführen, die im Laufe des Geschäftsjahres beschlossen, eingeleitet und umgesetzt wurden, teilte das Unternehmen mit. Im Februar 2013 hatte die Phoenix Solar AG eine strategische Neuausrichtung des Konzerngeschäfts auf die Wachstumsregionen in den USA und Asien vollzogen. Weiterer Kern der Neuausrichtung war die Einstellung des aus Deutschland heraus betriebenen Handels- und Projektgeschäfts in der damaligen Form. Im Jahresverlauf konnte der Umsatz in den Teilmärkten USA und Asien mehr als verdoppelt werden. In den USA wurden Umsätze von 53,8 Mio. Euro erzielt (2012: 23,2 Mio. Euro), in Asien erlöste das Unternehmen 38,2 Mio. Euro (2012: 16,2 Mio. Euro). Demgegenüber blieb das Geschäft in Europa aufgrund der erheblich verschlechterten politischen Rahmenbedingungen deutlich hinter dem Vorjahr und auch hinter den Erwartungen zurück: Hier lagen die Umsatzerlöse bei 33,2 Mio. Euro und erreichten damit nur rund die Hälfte der Umsätze des Jahres 2012 (69,8 Mio. Euro).

Köhler: 2013 war besser als angenommen

"Nach zwei Jahren mit hohen Verlusten haben wir das Jahr 2013 mit einem operativ fast ausgeglichenen Ergebnis und einem positiven Cashflow abgeschlossen. Noch besser also, als wir es uns vorgenommen hatten", unterstreicht Dr. Bernd Köhler, der Vorstandsvorsitzende der Phoenix Solar AG. "Und das mit einem Umsatz, der nur bei knapp einem Viertel unseres besten Jahres 2010 lag. Nach dem radikalen Umbau des Jahres 2013 wird es nun entscheidend für den weiteren Fortschritt sein, dass unsere Tochtergesellschaften in den USA und Asien ihre Vertriebserfolge verstetigen und weiter wachsen. Wenn das gelingt, dann kann die Rückkehr in die Gewinnzone planmäßig gelingen."

2014 will Phoenix Solar wieder ein positives EBIT erzielen

Im Geschäftsjahr 2014 will Phoenix Solar nach einem Ausblick, der als Basisszenario gekennzeichnet ist, ein Umsatzwachstum im Konzern um circa zehn Prozent realisieren. Das entspräche einem Korridor zwischen 150 Mio. und 160 Mio. Euro (2013: 141,2 Mio. Euro). Hierfür wird voraussichtlich ein Absatz in Höhe von 130 bis 140 MW (2013: 126 MW) benötigt. Aufgrund der reduzierten Kostenstruktur und da 2014 keine außerordentlichen Aufwendungen für Restrukturierung erwartet werden, geht das Unternehmen davon aus, ein erstmals wieder positives operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Höhe von zwei bis fünf Mio. Euro erwirtschaften zu können.

Die Aktie von Phoenix Solar war am Tag der Veröffentlchung um rund 21 Prozent auf 4,30 Euro geklettert. Inzwischen hat sich das Wertpapier wieder bei gut vier Euro eingependelt (Stand 04.04.2014, 10:00 Uhr).

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