Solarbranche: Enerparc AG stellt Insolvenzantrag - Betrieb von mehr als 500 Solarparks wird fortgeführt

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Hamburg - Die Hamburger Enerparc AG hat beim Amtsgericht Hamburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Gericht hat am 7. September 2026 Rechtsanwalt Stefan Denkhaus von der Wirtschaftskanzlei BRL zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Geschäftsbetrieb und der Betrieb der Solarparks werden fortgeführt.
Der Insolvenzantrag kommt überraschend: Erst im März 2026 hatte Enerparc ein Finanzierungspaket von bis zu 1 Mrd. Euro für die weitere Expansion gesichert. Warum die Enerparc AG nur rund sechs Monate später Insolvenz anmelden musste, ist bislang nicht bekannt.
Vorläufiger Insolvenzverwalter will Geschäftsbetrieb stabilisieren
Der vorläufige Insolvenzverwalter Denkhaus hat Gespräche mit dem Vorstand, den Beratern und den Finanzierern aufgenommen. Im Mittelpunkt steht zunächst die Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und der Konzerngesellschaften.
„Das Insolvenzantragsverfahren hat heute begonnen. Ich führe bereits erste Gespräche mit dem Vorstand, den Beratern des Unternehmens und den Finanzierern, um das Unternehmen zu stabilisieren“, sagt Denkhaus.
Nach aktuellem Stand betrifft der Insolvenzantrag ausschließlich die Enerparc AG. Tochter- und Projektgesellschaften sind bislang nicht einbezogen. Dazu gehört auch die Stromhandelstochter Sunnic Lighthouse, die nach eigenen Angaben ein Handelsportfolio von mehr als 4.800 MW betreut. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters sind allerdings auch Insolvenzanträge von Schwestergesellschaften möglich, für eine Beurteilung sei es derzeit aber noch zu früh.
Enerparc betreibt mehr als 500 Solarparks
Enerparc zählt mit rund 5,5 GW installierter Solarleistung, davon 3,8 GW am Netz, und mehr als 500 Solarparks zu den großen unabhängigen Solarpark-Eigentümern in Europa. Von dem Insolvenzantrag der Enerparc AG sind nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters rund 380 Beschäftigte betroffen. Die Enerparc-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 680 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Unternehmensgruppe deckt von der Projektentwicklung über Bau und Betrieb bis zum Energiehandel die Downstream-Wertschöpfungskette ab und ist inzwischen auch bei Batteriespeichern und Umspannwerken aktiv.
Bis zu 1 Mrd. Euro Finanzierung erst im März 2026 gesichert
Erst im März 2026 hatte Enerparc ein Finanzierungspaket von insgesamt bis zu 1 Mrd. Euro für den weiteren Ausbau des Solar- und Speicherportfolios bekanntgegeben. Es umfasste eine Junior-Finanzierung über 500 Mio. Euro von EIG, Schroders Capital und Eiffel Investment Group sowie einen langfristigen Projektfinanzierungsrahmen mit der LBBW über zunächst bis zu 425 Mio. Euro, der auf bis zu 500 Mio. Euro erweitert werden konnte.
Der Projektfinanzierungsrahmen war allerdings nicht mit einer sofortigen Auszahlung der gesamten Summe verbunden. Vielmehr sollten innerhalb von 36 Monaten sukzessive baureife Solarprojekte in die Finanzierung aufgenommen werden.
Quelle: IWR Online
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