09.01.2015, 09:55 Uhr

Volkswagen-Stiftung unterstützt Stromnetz-Forschung

Hannover – Ein Rekord jagt im Bereich der regenerativen Stromerzeugun in Deutschland derzeit den nächsten. Durch die steigende Einspeisung von Wind– und Solarstrom steigt allerdings auch die Komplexität im Stromnetz. Auch die Volkswagenstiftung hat nun Gelder für Forschungen Stromnetz bewilligt.

Die Mittel sollen in das Forschungsprojekt Amses (Aggregierte Modelle für die Simulation von dynamischen Vorgängen in elektromechanischen Energiesystemen) fließen. Dabei soll untersucht werden, welche Auswirkungen daraus resultieren, wenn immer weniger große, fossil befeuerte Kraftwerke mit ihren rotierenden Turbinen, Generatoren und Schwungmassen benötigt werden. Denn die mechanischen Schwungmassen sind derzeit noch sehr wichtig für die Stabilität der Stromnetze.

Schwungmassen werden benötigt

Wie die Uni Leibniz aus Hannover, die am Forschungsprojekt beteiligt ist, mitteilt, wirken diese Schwungmassen stabilisierend auf das Stromnetz. Dies sei vergleichbar mit einem drehenden Kreisel, der sich wieder aufrichtet, wenn er aus seiner stabilen Lage ausgelenkt wird. Es stellt sich also die Frage, wie sich die Stabilitätseigenschaften des Stromnetzes verändern, wenn es immer weniger rotierende Schwungmassen gibt.

Beurteilung der Stabilität übersteigt den heutigen Forschungsstand

Prof. Dr.-Ing. habil. Lutz Hofmann, Koordinator des Projekts und Leiter des Instituts für Energieversorgung und Hochspannungstechnik der Uni Leibniz erklärt dazu: „(…)Eine zutreffende Simulation des dynamischen Verhaltens und eine darauf basierende Beurteilung der Stabilität des Gesamtsystems übersteigen den heutigen Stand der Forschung. Ziel von AMSES ist es, mit einem interdisziplinären Ansatz Lösungswege zur Simulation und Vorausberechnung von komplexen elektrisch-mechanischen Energiesystemen zu entwickeln, um Effekte und Wechselwirkungen, die erst aus der Interaktion der verschiedenen Betriebsmittel entstehen, in der Simulation vorauszuberechnen. Mit dieser Forschung leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Energiewende. “

Volkswagenstiftung fördert mit rund einer halben Million Euro

Das Forschungsvorhaben Amses ist ein gemeinsames Forschungsprojekt mehrerer Institute und wird koordiniert vom Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik der Leibniz Universität Hannover. Die beteiligten Wissenschaftler erforschen die dynamischen Wechselwirkungen von elektrischen und mechanischen Komponenten in Stromnetzen bei wachsendem Anteil von erneuerbaren Energieträgern aus Wind und Sonne. Das Konsortium verfolgt dabei das Ziel, die Eigenschaften der Komponenten des Stromsystems zu modellieren und mit Hilfe von Simulationen die dynamischen Vorgänge in elektromechanischen Energiesystemen der Zukunft zu analysieren. Dabei wollen die Forscherinnen und Forscher wissenschaftliche Grundlagen ermitteln, um mit Simulationswerkzeugen Hinweise auf Probleme zu identifizieren, bevor diese auftreten.

Die VolkswagenStiftung hat rund eine Million Euro aus dem „Niedersächsischen Vorab“ als Fördersumme für Amses bewilligt. Mit dem "Niedersächsischen Vorab" werden ausschließlich Forschungsvorhaben an Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen in Niedersachsen unterstützt.

Quelle: IWR Online
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