10.02.2014, 16:19 Uhr

Windwärts meldet Insolvenz an

Hannover – Das laufende Geschäftsjahr beginnt für die Windwärts Energie GmbH, Projektierer für erneuerbare Energien aus Hannover, trotz massiver Sanierungsmaßnahmen im Jahr 2013 mit einem schweren Rückschlag: Am vergangenen Freitag (07.02.2014) hat sie beim Amtsgericht Hannover die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt.

Nach Prokon ist Windwärts bereits das zweite auf die Finanzierung vor allem von Windenergie-Projekten fokussierte Unternehmen, das im jungen Jahr 2014 diesen Schritt vollzieht.

Rechtsgutachten führt zur Etnscheidung für den Insolvenzantrag

Dieser Entschluss stützt sich nach Angaben von Windwärts auf ein Rechtsgutachten, das das Unternehmen Ende Januar in Auftrag gegeben hatte. Darin wurde festgestellt, dass die Rückzahlungsansprüche der Genussrechtsinhaber entgegen der bisherigen Rechtsauffassung des Unternehmens bei der Prüfung der Zahlungsunfähigkeit berücksichtigt werden müssen. Daraufhin wurde umgehend der Insolvenzantrag eingereicht. Vorausgegangen waren die Aussetzungen und die Verschiebung der Rückzahlung von Genussrechtskapital in Höhe von 1,9 Mio. Euro im Dezember 2013. Im Januar konnte Windwärts die fälligen Zinszahlungen für insgesamt vier zwischen 2006 und 2013 aufgelegte Unternehmensgenussrechte in Höhe von insgesamt 1,3 Mio. Euro ebenfalls nicht auszahlen.

Verzögerungen und Vorlaufkosten führen zu finanzieller Schräglage

Bereits Ende 2013 hatte das Unternehmen alle kurz- und mittelfristig nicht profitablen Geschäftsaktivitäten beendet. Hohe Vorlaufkosten in den Auslandsmärkten und Verzögerungen bei laufenden Windenergieprojekten hatten die finanzielle Lage des Unternehmens schwer belastet. Das betraf sowohl das Geschäftsfeld Photovoltaik als auch die Projektentwicklung in Italien. Auch der massive Stellenabbau um etwa ein Viertel der Belegschaft und die damit verbundenen Sanierungsmaßnahmen hatten die finanzielle Lage des Unternehmens nicht merklich verbessern können.

Geschäftsbetrieb geht weiter

Dennoch soll die Arbeit weitergehen: In den vergangenen Wochen hat das Unternehmen intensive Gespräche mit Banken geführt, um auch die Unternehmens- und Projektfinanzierung auf eine neue Grundlage zu stellen. Prof. Dr. Volker Römermann, vorläufiger Insolvenzverwalter für Windwärts, lässt den Geschäftsbetrieb fortführen und ist zuversichtlich: „Meine Mitarbeiter und ich werden alles dafür tun, Windwärts eine erfolgreiche Zukunft zu ermöglichen.“ Auch Lothar Schulze, Geschäftsführer der Windwärts Energie GmbH bleibt optimistisch: „Die bereits im vergangenen Jahr eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen und die guten Aussichten der laufenden Projekte stimmen mich zuversichtlich für die Zukunft des Unternehmens.“

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